Schulterimpingement

In diesem Artikel geht es um Schmerzen in Schulter welche vorwiegend bei Tätigkeiten über Kopf auftreten, wie beispielsweise Haare waschen oder Gewand umziehen. Erfahre alles über die Entstehung, Symptome und Therapie von subakromialen Impingement.

 Begriffserklärung

Diese oben genannten Begriffe beschreiben Schmerzen in der Schulter durch eine Einengung des Gelenksraums (=Subacromialraum): Durch einen verringerten Raum zwischen Schulterdach und Schulterkopf (subacromialer Raum), schlägt der Oberarmkopf am Schulterdach an (“to impinge” bedeutet anschlagen, aufprallen). Dabei werden Strukturen (z.B. Muskelsehne oder Schleimbeutel) zwischen Schulterdach und Schulterkopf eingeklemmt und verursachen Schmerz.
Subacromiales Schmerzsyndrom bezeichnet die Lokalisation des Schmerzes: nämlich unter (=sub-) dem Schulterdach (=Acromion).

Symptome

Beim subakromialen Schmerzsyndrom oder Impingement treten die Schmerzen meist beim Anheben des Armes nach vorne oder zur Seite. Bei fortgeschrittenem Stadium oder starker Entzündung können Schmerzen auch in der Nacht auftreten.

Inzidenz & Entstehung

Gefährdete Berufsgruppen sind jene mit häufigen Überkopfarbeiten, wie beispielsweise Maler oder Auto- und Flugzeugmechaniker. Ebenfalls oft betroffen von Schulterimpingements sind Sportler mit Überkopfbewegungen und Wurfbewegungen wie Aufschlag oder Smash im Tennis und Volleyball, Wurfbewegungen im Handball, Speerwerfen etc. oder Kraulbewegungen im Schwimmen. Ein Impingement kann jedoch auch ohne besondere Belastungen auftreten.
Auch die Art der Entstehung ist variabel: So können Impingementsymptome akut entstehen etwa durch Unfälle mit Knochenbrüchen etc. oder durch starke Überbeanspruchung. Weitaus häufiger ist jedoch eine langsam progressive Entstehung: es sticht in der Schulter beim Armheben, wird der Arm gesenkt ist der Schmerz wieder weg und gerät damit in Vergessenheit, über die Jahre tritt der Schmerz immer häufiger auf. Werden die Symptome über einen langen Zeitraum ignoriert, kann es zum Zerreißen von Muskelsehnen oder der sogenannten Kalkschulter kommen. Es ist daher wichtig die Schmerzen nicht zu ignorieren.

Ursachen

Für diesen Schulterschmerz gibt es unterschiedlichste Auslöser, die meist kombiniert zu finden sind:
Strukturell
Durch angeborene ungünstige Knochenformen, Knochensporn oder Entzündungen der Schleimbeutel wird der Raum im Schultergelenk vermindert.
Funktionell
Verminderte Gelenksbeweglichkeit, fehlende Stabilisation durch die Schultermuskulatur bzw. muskuläres Ungleichgewicht, schlechte Haltung, etc. können zur Entstehung eines Impingements beitragen.

Therapie

Je nach Ursache kommen in der Therapie des Schulterimpingements verschiedene Therapien zum Einsatz:
Physiotherapie
Da bei jeder Person andere Faktoren den Schmerz verursachen, ist daher eine individuelle Therapie unerlässlich. Solltest du Schmerzen haben, lass dich daher unbedingt von einem Arzt und Physiotherapeuten untersuchen, gerade bei Schulterschmerzen ist die spontane Heilung sehr selten. Je früher du etwas dagegen unternehmen, desto besser sind deine Chancen auf vollständige Genesung.

Die Ursachen für ein Impingement können vielseitig sein. Daher stellen eine ausführliche Anamnese und genaue Untersuchung einen essentiellen Faktor für den Therapieerfolg dar.

Ist der Grund für den Platzmangel im Gelenk eine Instabilität, so werden jene Muskeln aktiviert, welche Oberarmkopf und Gelenkpfanne in eine optimale Position bringen. Weiters werden jene Muskelgruppen, die für eine ungünstige Gelenkstellung verantwortlich sind, entspannt und so eine ausgewogene Muskelspannung erreicht.

Auch eine ungünstige Haltung kann den Bewegungsspielraum der Schulter mindern und so zu Problemen führen- dafür können manuelle Techniken zur besseren Wirbelsäulenbeweglichkeit, Dehnung der Schultermuskulatur, Haltungsschulung oder Kräftigung eingesetzt werden.

Um eine fehlende Beweglichkeit der Schulter zu beheben, kommen in der Physiotherapie verschiedenste manuelle Techniken und Dehnübungen zum Einsatz, welche auch als Heimübungsprogramm durchgeführt werden sollten.

Durch Balance von Beweglichkeit und Stabilität sowie verbesserte Haltung wird dauerhafte Schmerzfreiheit erreicht. Sportphysiotherapeutische Maßnahmen sorgen für die optimale Belastbarkeit der Schulter um den erwünschten Sport wieder aufnehmen und genießen zu können.

Ärztliche Therapie
Zur symptomatischen Akutbehandlung sind möglicherweise entzündungshemmende Schmerzmittel oder Infiltrationen durch einen Orthopäden angebracht. Da die Belastbarkeit von Muskelsehnen durch eine Kortisoninjektion beeinträchtigt wird, ist hier Vorsicht geboten.
Da die Ursache in den meisten Fällen medikamentös nicht beseitigt wird, wird weiterhin Gewebe (zum Beispiel Sehnen) eingeklemmt und beschädigt und schmerzfreie Episoden sind daher oft zeitlich begrenzt. Medikamente sollten daher keinesfalls als alleinige Therapie angewandt werden.
Schlägt konservative Therapie nicht an oder liegt die Ursache an einer veränderten Knochenform oder Ähnliches, so sollte ein operativer Eingriff bei einem Schulterspezialisten in Erwägung gezogen werden.

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